Archive for Januar 2010

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Sexualität im Tierreich – interessante Funde

9 Januar 2010

Männchen schlüpft in Rolle des Weibchens, hat gespielten Sex mit dem männlichen Rivalen, der stärker ist und ihn sonst töten würde… soll bei Säugetieren häufig vorkommen?? Jedenfalls nun auch bei Flusskrebsen entdeckt:

Männliche Flusskrebse, die im Kampf mit einem Rivalen unterliegen, haben eine gute Chance zu überleben: Sie müssen dafür die Rolle eines Weibchens annehmen und mit dem Sieger Pseudo-Sex treiben.
© dpa

Lippfischsorte kann ihr Geschlecht selbstbestimmen und auch später abändern! Wahnsinn!!

Blaukopf-Junker entscheiden spät über ihr Geschlecht
Genetisch nicht vorherbestimmtes Schicksal erhöht die Fortpflanzungschancen
© James Cook University

Bestimmte Lippfische können ihr Geschlecht abhängig von ihrem sozialen Umfeld ändern. Der Blaukopf-Junker reagiere bei der Frage, ob er als Jungtier Männchen oder Weibchen wird, stark auf die Zahl der Fische derselben Art in seiner Umgebung, berichteten Forscher der James-Cook-Universität im australischen Bundesstaat Queensland und der Universität von Kalifornien. Demnach bildet sich bei diesen Lippfischen das Geschlecht erst relativ spät aus, um die Chancen für die Fortpflanzung zu erhöhen.

8 Prozent der Schafe haben homosexuelle Neigungen… von wegen das gibbets nur bei menschen!

FotoAcht Prozent der Schafböcke zieht beim Sex einen gleichgeschlechtlichen Partner einem weiblichen Schaf vor. Nach Ansicht von Forschern aus Oregon hat das sowohl anatomische als auchhormonelle Ursachen. Eine Untersuchung von Schafshirnen hat ergeben, dass bei homosexuellen Böcken ein bestimmter Teil des Hypothalamus im Vergleich zu heterosexuellen Artgenossen verändert war. Diese Hirnregion regelt unter anderem den Stoffwechsel und ist für das sexuelle Verlangen zuständig. Außerdem fanden die Wissenschaftler ein Hormon, das nur bei homosexuellen Böcken und weiblichen Schafen in der gleichen Konzentration vorhanden war. Jetzt will die Forschergruppe herausfinden, ob die sexuelle Vorliebe der Schafe bereits vor der Geburt beeinflusst wird. Eine Möglichkeit wäre eine Veränderung der hormonellen Umgebung des Fötus.

Homosexualität bei Tieren
Tatort Zoo
Die Bonobo-Affen tun es. Männchen sowohl als auch die Weibchen nehmen sich immer mal wieder gern einen Sexualpartner gleichen Geschlechts. Bei einer Mövenart findet man sogar zwei Männchen, die gemeinsam sozusagen adoptierte Junge aufziehen, sie füttern und pflegen, bis die Kleinen flügge geworden sind. Auch im Tierreich existiert Homosexualität. Nicht nur in freier Wildbahn wird sie von Verhaltensforschern beobachtet, auch in menschlicher Obhut finden immer wieder gleichgeschlechtliche Tiere zueinander.
FotoSo leben beispielsweise rund zwei Dutzend Humboldtpinguine im Zoologischen Garten Köln. Wie viele andere Vogelarten sind Pinguine treue Ehepartner. Sie bilden – egal ob in freier Wildbahn oder in menschlicher Obhut – langjährige Partnerschaften. Auch die Kölner Kolonie besteht fast ausschließlich aus festen Paaren. Eines von ihnen ist ein Männerpaar. Vor mehr als zwei Jahren haben die beiden zusammengefunden. Von anderen Paaren unterscheiden sich die beiden kaum. Lebensmittelpunkt des Pinguinpaars ist eine Höhle. Auch die beiden Männchen teilen eine – die sie gegen jeden Eindringling verteidigen.
FotoDie beiden Kölner Pinguine sind für manche Zoobesucher eine Sensation. Für Verhaltensforscher aber ist tierische Homosexualität nichts Ungewöhnliches. Bei über 450 Tierarten – in freier Wildbahn und im Zoo – haben sie gleichgeschlechtliches Sexualverhalten beobachten können. Homosexualität gehört zum natürlichen sexuellen Repertoire der Tiere – da ist sich der Evolutionsbiologe und Primatenforscher Volker Sommer sicher. Doch weshalb existiert in der Natur Homosexualität? Immerhin spricht die Evolutionstheorie des Charles Darwin von einem Kampf ums Dasein, der ja im wesentlichen ein Kampf um Fortpflanzung, um direkte Genweitergabe ist. Doch Sex ist mehr als bloß ein Mittel zur Fortpflanzung. Zwischen Sexualität und Sozialverhalten gibt es vielfältige Verbindungen.
FotoUnsere nächsten Verwandten, die Bonobos oder Zwergschimpansen, sind sexuell sehr aktiv. Und nicht nur Sex zwischen Männchen und Weibchen ist häufig und variantenreich wie beim Menschen. Die Bonobos haben auch sehr viele homosexuelle Varianten. Homosexuelles Verhalten hat im Tierreich viele Funktionen. Bei den Wissenschaftlern ist heute unbestritten, dass Tiere wie auch Menschen für gleichgeschlechtlichen Sex speziell disponiert sein müssen. Die Neigung zum gleichen Geschlecht wird dabei nicht nur von den Genen mitbeeinflusst.

Aber beim Zustandekommen der Homosexualität – der Psychoneuroendokrinologie – spielen Gene sicherlich eine Rolle. Ob die männlichen Kölner Pinguine auch in Zukunft ein Paar bleiben, ist ungewiss. Vielleicht werden sich die beiden irgendwann weiblichen Partnern zuwenden. Momentan aber sind sie ein schwules Paar. Vielleicht gilt auch für die Tierwelt, was der amerikanische Sexualforscher Albert Kinsey zur menschlichen Homosexualität vor vielen Jahren formuliert hat: dass keine an sich homosexuellen oder heterosexuellen Menschen existieren, sondern lediglich Individuen mit einer unterschiedlichen Anzahl gleich- oder gegengeschlechtlicher Erfahrungen.


Ist der Mensch eigentlich das einzige Tier, dass die ganze Zeit Sex haben will? Sind wir vielleicht… seltsam? Warum haben alle (?) Tiere immer eine Paarungszeit… und wir nicht? (bzw. immer…)

Tiere interessieren sich nur in bestimmten Zeiträumen für das jeweils andere Geschlecht. Und doch sind uns manche Tiere ziemlich ähnlich: Bei Bonobos löst Sex nicht nur die Konflikte in der Gruppe, sondern es ist für sie auch ein gern gewählter Zeitvertreib.

 

edit 22. 01. 2011

und da sind diese lustigen papageien, die ein lied nach der arbeit pfeifen…

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